In Deutschland gibt es derzeit rund 470.000 Jägerinnen und Jäger (Stand 2024/25). Davon gelten nur ungefähr 1.000 Personen als Berufsjäger, die in Forstverwaltungen, großen Privatrevieren oder Schutzgebieten angestellt sind. Die überwältigende Mehrheit der Jagdscheininhaber übt die Jagd somit als Freizeit- bzw. Hobbytätigkeit aus.
Im deutschen Jagdjahr 2023/2024 (1. April 2023 bis 31. März 2024) wurden laut Deutschem Jagdverband rund 4,1 Millionen Wildtiere getötet. Zentrale Anteile daran haben unter anderem etwa 1,3 Millionen Rehe, 7.200 Stück Rotwild, 5.700 Stück Damwild, rund 551.000 Wildschweine, etwa 256.000 Feldhasen, gut 442.000 Füchse, rund 239.000 Waschbären, etwa 149.000 Wildgänse, gut 218.000 Wildenten und knapp 98.000 Fasane.
Diese Zahlen erfassen nur jagdlich erlegte Tiere. Für das Töten von Haustieren durch Jäger gibt es keine bundesweit einheitliche, amtliche Statistik. Der Deutsche Tierschutzbund schätzt allerdings, dass bundesweit jährlich mehrere Zehntausend Katzen und weit über hundert Hunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten getötet werden, entweder absichtlich oder versehentlich. Genaue, flächendeckende Zahlen liegen dazu allerdings nicht vor.
Obwohl jährlich mehrere Millionen Wildtiere in Deutschland getötet werden, existieren bis heute keine offiziellen, bundesweiten Statistiken darüber, wie viele Tiere durch Schüsse nicht sofort getötet, sondern lediglich verletzt werden. Verwundete Tiere, die nach dem Schuss flüchten, gelten als ‚Fluchtwild‘ und entziehen sich jeder systematischen Erfassung. Weder Bundes- noch Landesbehörden führen darüber verlässliche Statistiken, und auch in den jagdlichen Streckenmeldungen tauchen solche Zahlen nicht auf. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass die Zahl der Tiere, die einen Schuss zunächst überleben und verletzt entkommen, signifikant sein dürfte. Studien zeigen, dass Wildtiere nach einem Treffer häufig fliehen können und nicht am Anschuss sterben. Die tatsächliche Verwundungsrate bleibt unbekannt, da viele dieser Tiere später unentdeckt sterben oder von Aasfressern aufgenommen werden. Auch die sogenannte ‚Nachsuche‘, also das Aufspüren verletzter Tiere durch speziell ausgebildete Hunde, kann nur einen Teil der Fälle erfassen. Ein großer Anteil bleibt der Nachsuche ‚entzogen‘, verendet oft qualvoll und wird nie geborgen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Zahl der jährlich verwundeten, aber nicht sofort getöteten Wildtiere in Deutschland deutlich höher liegt als die dokumentierten Abschusszahlen vermuten lassen. Die genaue Größenordnung ist aufgrund der fehlenden Datenbasis nicht bekannt, doch Fachliteratur und jagdkritische Untersuchungen gehen übereinstimmend von einer hohen Dunkelziffer aus.
In Deutschland werden verschiedene Jagdarten ausgeübt, die sich je nach Wildart und Revierstruktur unterscheiden. Die mit Abstand häufigste Form ist die Ansitzjagd, bei der ein Jäger von einem festen Standort aus jagt. Ein Großteil der jährlichen Strecken wird auf diese Weise erzielt. Schätzungen zufolge entfallen über die Hälfte aller Abschüsse auf diese Jagdart. Ebenfalls von Bedeutung sind Bewegungsjagden, vor allem die Drückjagd, bei der Wild durch Treiber langsam in Bewegung gebracht und den Jägern ‚zugeführt‘ wird. Diese Jagdform spielt insbesondere bei der sogenannten Regulierung des Schwarzwildbestandes eine zentrale Rolle und trägt schätzungsweise 20 bis 25 Prozent zur Jahresstrecke bei. Die Pirschjagd, bei der sich der Jäger aktiv an das Wild heranbewegt, wird deutlich seltener praktiziert und hat nur einen geringen Anteil am Gesamtjagdgeschehen. Noch geringer ist die Bedeutung der traditionellen Treibjagd auf Niederwild, die aufgrund rückläufiger Bestände vielerorts nur noch selten durchgeführt wird. Eine weitere Jagdform ist die Fallenjagd, die hauptsächlich zur Bejagung von Raubwild eingesetzt wird. Sie ist streng reguliert und hat nur eine untergeordnete quantitative Bedeutung.
Alle Arten der Jagd haben aber eines gemeinsam: Es werden jährlich vier Millionen Tiere getötet.
Erstelle deine eigene Website mit Webador